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  Menschenjagd
 
Menschenjagd
von Stephen King



Genre: SciFi
Seitenzahl:
250
Erscheinungsjahr: 1982

Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2025. Reality-Shows im Fernsehen sind die populärste Form der Unterhaltung für die Massen - und der beste Weg, schnell an Geld zu kommen. Vorausgesetzt man ist verzweifelt genug. Ben Richards ist verzweifelt genug: Seine kleine Tochter ist schwer krank, und einen Arzt kann sich die Familie nicht leisten. Als Kandidat der lukrativsten, aber auch gefährlichsten Show "Menschenjagd" muß Richards 30 Tage durchhalten, dann winkt ihm eine Billion Dollar Preisgeld. Doch er wird nicht nur vor laufender Kamera von professionellen Killern gehetzt - das ganz Land ist aufgerufen, sich an der Jagd zu beteiligen.

Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Unter seinem Pseudonym Richard Bachmann hat Stephen King mit "Menschenjagd" ein gesellschaftskritisches, verstörendes, aber auch geniales Werk erschaffen.

Die Sensationsgier der Menschheit hat sich in nicht allzu ferner Zukunft zu einem ungeahnten Ausmaß entwickelt. Alle sitzen wie gebannt vor dem Free-Vee und schauen zu, wie Menschen in grausamen Spielen um ihr Leben kämpfen.

Die Spieler gehören zu dem Teil der Gesellschaft, der verarmt, arbeitslos und verzweifelt ist. So wie Ben Richards. Um seiner Tochter lebensnotwendige Medikamente kaufen zu können, bewirbt er sich bei der Spielekommission. Er wird für das härteste Spiel ausgewählt: die Menschenjagd. Nun muss er 30 Tage überleben, wobei nicht nur Profi-Killer hinter ihm her sind, sondern auch der Rest der Gesellschaft seinen Tod will.

Der Produzent von "Menschenjagd", Dan Killian, beschreibt das Spiel so:
"Diese Show ist eine der sichersten Methoden für unsere Fernsehanstalt, solche pubertären Unruhestifter wie Sie loszuwerden, Mr. Richards. Sie läuft jetzt schon seit sechs Jahren. Bisher hatten wir noch keine Überlebenden, und, um schonungslos offen zu sein, wir erwarten auch keine." (S. 44)

Am Anfang des Buchs habe ich mir die Frage gestellt: Ist das überhaupt realistisch? Aber wenn man sich mal das Fernsehprogramm heutzutage anschaut, ist es gar nicht so abwegig. Sendungen wie Dschungelcamp oder die Foltershows im japanischen Fernsehen, Jackass oder Joko und Klaas, in denen Menschen eklige oder schmerzhafte Dinge über sich ergehen lassen (müssen), werden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

Wie weit sind die Fernsehanstalten in der Realität noch davon entfernt einen Schritt weiter zu gehen? Hoffentlich kommt es niemals zu den Shows, die in diesem Roman beschrieben werden. Denn hier zählt ein Menschenleben nur so lange, wie es der Unterhaltung der Massen dient.

Der Schreibstil des Buchs ist sehr fesselnd und eingängig. Der Spannungsbogen ist sehr gut ausgearbeitet. Von Seite zu Seite steigt nicht nur die Spannung, sondern auch das beklemmende Gefühl beim Leser. Ich hatte das Gefühl an Bens Seite zu stehen und ebenfalls um mein Leben zu kämpfen, während ich von seiner Flucht las.

SPOILER!
Die Sache mit der Luftverschmutzung ist für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund gerutscht. Immerhin ist das der Auslöser für diese brutalen Shows gewesen. Um die Menschen davon abzuhalten sich zu informieren und das Ausmaß der Luftverschmutzung zu realisieren, wurden sie vor den Fernseher verbannt, wo sie zu Hohlköpfen verdummen und dabei einen langsamen Tod sterben.

Das Ende ist sehr überraschend und es bleibt offen, wie es nach Bens Geschichte weitergeht. Hat sein Bemühen etwas verändert? Werden die Menschen die Augen öffnen und eine Revolution gegen die Regierung und die Fernsehanstalt beginnen? Ehrlich gesagt glaube ich das kaum. In dem Buch wird die Menschheit so verdorben und "blutdurstig" beschrieben, dass ich ein Umdenken für unwahrscheinlich halte...

SPOILER ENDE

Fazit: Der Roman ist wirklich sehr gesellschaftskritisch; er zeigt welchen Einfluss die Medien auf die Menschen haben und übt gleichzeitig Kritik an der Politik, da Informationen zurückgehalten werden und die Gefahr der Luftverschmutzung vertuscht wird.

Eine gelungene Dystopie über eine Zukunft, die hoffentlich niemals Realität wird. Spannend, beklemmend, traurig und unbedingt lesenswert.







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