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  Hüter der Erinnerung
 
Hüter der Erinnerung
von Lois Lowry



Genre: Dystopie
Seiten:
272
Erscheinungsjahr: 1993

Inhalt:

Jonas lebt in einer Welt ohne Not, Schmerz und Risiko. Alles ist perfekt organisiert, niemand muss sich über irgendetwas Sorgen machen, sogar die Berufe werden zugeteilt. Als Jonas Nachfolger des »Hüters der Erinnerung« werden soll, beginnt er eine Ausbildung beim alten Hüter. Und hier erfährt er, welch hohen Preis sie alle für dieses scheinbar problemlose Leben zu zahlen haben. Jonas' Bild von der Gesellschaft, in der er lebt, bekommt immer mehr Risse, bis ihm klar wird, dass er seinen kleinen Pflegebruder Gabriel diesem unmenschlichen System keinesfalls ausliefern möchte. Es bleibt ihm nur die Flucht - ein lebensgefährliches Unterfangen ...

Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Vor knapp 20 Jahren wurde dieses Buch veröffentlicht, und erst jetzt, durch den Dystopie-Hype und die Verfilmung, bin ich darauf aufmerksam geworden. Aber besser spät als nie.

Das Buch wird aus der Sicht von Jonas erzählt, der gerade 12 Jahre alt ist, daher ist der Schreibstil sehr einfach und eher kindlich-naiv gehalten.

Ich fand den Einstieg in das Buch sehr gelungen. Die fremde Welt und die Regeln innerhalb der Gemeinschaft werden ausführlich erklärt und haben mein Interesse geweckt. Das Leben der Bewohner ist vorgegeben: man bekommt eine Ausbildung zugeteilt, auf Antrag bekommt man einen Ehepartner und später exakt zwei Kinder, den Lebensabend verbringt man im Altersheim und wird dann irgendwann "freigegeben".

Dieses "Freigeben" klingt eigentlich recht friedlich, ist aber nichts anderes als "umbringen". Nicht nur alte Menschen ereilt dieses Schicksal, sondern auch Säuglinge, die sich nicht nach der Norm entwickeln oder Menschen, die dreimal gegen die Regeln verstoßen. Das erfährt man zwar erst später mit Gewissheit, aber ich konnte es mir schon von Anfang an denken. In so einer augenscheinlich perfekten Welt, gibt es immer einen Haken.

Als Jonas zum neuen Hüter der Erinnerungen erwählt wird und seine Ausbildung beginnt, bleibt es interessant und spannend, da man jetzt etwas mehr über die Hintergründe erfährt.

Leider ist dieser Teil aber recht kurz gehalten. Ich hätte gerne mehr zur Vergangenheit erfahren, mehr Erinnerungen gesehen und vor allem mehr Informationen erhalten: Wie wurde diese friedvolle Welt erschaffen? Wer hat die Regeln aufgestellt? Wie hat man den Leuten die Erinnerungen genommen?

Nachdem der Geber und Jonas einen Plan entwickeln, wie sie die Zustände in der Gemeinschaft ändern könnten, geht die Geschichte schnell dem Ende zu. Bis dahin wurde noch alles ausführlich beschrieben, sodass man als Leser problemlos in die Geschichte eintauchen konnte. Doch der Plan war schnell ausgearbeitet, Jonas flieht und dann - Ende.

Eigentlich finde ich es okay, wenn Bücher ein offenes Ende haben und auch hier wirkt es nicht Fehl am Platz. Trotzdem hätte ich mir ein paar mehr Antworten gewünscht. So bleibt vieles der Fantasie überlassen und ein kleines unbefriedigtes Gefühl bleibt bestehen.

Ich werde mir auf jeden Fall den Film dazu anschauen, vielleicht wird dort etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht

Alles in allem ist "Hüter der Erinnerung" ein gutes, gesellschaftskritisches Buch einer dystopischen Welt. Nicht unbedingt realistisch, aber trotzdem interessant.






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