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  Der Junge im gestreiften Pyjama
 
Der Junge im gestreiften Pyjama
von John Boyne



Genre: Drama
Seiten:
272
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN
:
9783596806836

Inhalt:

Die Geschichte von "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.


Meine Bewertung:




Meine Meinung:
Damit dieses Buch seine ganze Wirkung entfalten kann, muss man als Leser über die Hintergründe Bescheid wissen (Nationalsozialismus, Holocaust), daher ist das Buch auf jeden Fall nichts für Kinder, obwohl es aus der Sicht eines Kindes erzählt wird.

Es fiel mir nicht schwer, in die Geschichte hineinzufinden und alles durch die naiven Augen des 9jährigen Bruno zu sehen. Es wird anfangs nicht erwähnt zu welcher Zeit diese Geschichte spielt, man erfährt es zuerst nur durch subtile Hinweise, später wird es dann deutlicher. 

Die Geschichte ist weder realistisch, noch geschichtlich 100% korrekt, aber das lag auch nicht in der Absicht des Autors. Er wollte nur einen anderen Blick auf das Vergangene ermöglichen, eine andere Sichtweise bieten - und das ist ihm sehr gut gelungen.

Der naive Bruno weiß nicht, was mit den Menschen hinter dem Zaun passiert. Im Gegenteil, er findet es doof, dass er auf der anderen Seite ist und keine Freunde zum Spielen hat. Als Leser weiß man natürlich, dass Bruno sich glücklich schätzen kann auf der "richtigen" Seite des Zauns zu sein, und in manchen Dialogen zwischen Bruno und Schmuel möchte man den kleinen Jungen einfach nur schütteln und ihm sagen, dass seine Probleme nichts im Vergleich zu Schmuels Schicksal sind.

Richtig tragisch wird die Geschichte dadurch, dass Bruno zwar Fragen stellt, aber keine richtigen Antworten erhält ("Wer sind die Menschen hinter dem Zaun?" - "Das sind keine Menschen."). Außerdem sind seine Eltern sehr leichtgläubig, weil sie davon ausgehen, dass Bruno das Leid vor seinen Augen nicht wahrnimmt. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich die Dinge auf seine eigene kindlich-naive Art zu erklären und aufzufassen - und das wurde ihm zum Verhängnis.

"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist wirklich ein Buch, das man wirken lassen muss. Man darf beim Lesen nicht ständig denken "Das ist unrealistisch" oder "Das ist so gar nicht gewesen", man muss sich einfach darauf einlassen, um die Wirkung und die Aussage des Buchs zu verstehen.







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