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  Breathe
 
Breathe
von Sarah Crossan


1. Gefangen unter Glas
2. Flucht nach Sequoia

1. Gefangen unter Glas

Genre: Dystopie
Seitenzahl:
432
Erscheinungsjahr: 2015


Inhalt:
Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot. Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende:

Alina, hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die Allmacht von ›Breathe‹ kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt ...
Quinn, will als Sohn eines ranghohen ›Breathe‹-Direktors eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft.
Bea, Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht Alina auf ...

Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles. Unversehens werden sie zu Gejagten ...


Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Das Szenario, das in diesem Buch beschrieben wird, ist simpel und doch erschreckend: es gibt keinen Sauerstoff mehr! Die Wälder wurden gerodet, die Meere vergiftet - Schuld ist die Überbevölkerung und die Rücksichtslosigkeit der Menschen.
Wissenschaftler haben diesen "Switch" jedoch vorhergesehen und eine Kuppel gebaut, worin 0,5% der Weltbevölkerung Zuflucht findet und von künstlich hergestelltem Sauerstoff der Firma BREATHE lebt.

Für mich klingt dieses Szenario richtig spannend. Das war auch der Grund, warum ich mir dieses Buch gekauft habe. Das Cover hat ebenfalls seinen Beitrag dazu geleistet: zwei Personen, die sich anblicken, aber getrennt voneinander sind, was auch durch unterschiedliche Färbung des Hintergrunds deutlich wird. Der Schriftzug des Titels sticht schön hervor und hat einen leichten "Nebel" um sich herum, sodass das Thema Luft wieder aufgegriffen wird. Sehr schön, sehr passend. Bis auf die Tatsache, dass es nicht nur zwei Protagonisten gibt, sondern drei. Aber das kann ich verschmerzen.

Ich bin also mit großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, die im Endeffekt leider nicht voll erfüllt werden konnten. Die Umsetzung hat so ihre Schwächen, angefangen beim Schreibstil bis zur Ausarbeitung der Charaktere. Aber eins nach dem anderen.

Die Geschichte wird aus den Ich-Perspektiven der drei Protagonisten erzählt. Anfangs hat mich das sehr durcheinandergebracht, weil es sehr oft wechselt und ich mir manchmal nicht merken konnte, wer jetzt gerade erzählt, zumal man am Schreibstil keinen großen Unterschied erkennen kann - alle drei klingen größtenteils gleich. Mit der Zeit ist es mir aber immer leichter gefallen, mich in der Geschichte zurecht zu finden.

Als viel größeres Manko dieser Erzählweise empfinde ich, dass im vorliegenden Fall kein großer Bezug zur Umwelt hergestellt wird.
Man sieht alles mit den Augen der Protagonisten, aber der Weitblick fehlt hin und wieder, sodass man das Gesamtbild nie wirklich erkennt, sondern nur Teilausschnitte. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn die gegebenen Teilausschnitte wenigstens gut ausgearbeitet gewesen wären und über genügend Tiefgang verfügt hätten - etwas mehr Gefühl, etwas mehr Hintergrund usw. Aber das war leider nicht der Fall.
Durch den fehlenden Weitblick werden zudem sehr viele Fragen aufgeworfen: Wie sieht der Rest der Welt aus? Gibt es noch mehr Kuppeln, noch mehr Überlebende? Wie ist der Zustand der Meere? Sind in anderen Teilen der Welt schon wieder Bäume gewachsen? Diese Fragestellung hat durchaus ihren Reiz und ich hoffe, dass diese Themen im zweiten Teil aufgegriffen werden, sodass sich letztendlich doch noch ein Gesamtbild ergibt.


Leider bleiben sowohl die Charaktere als auch deren Gefühle und Gedankengänge sehr oberflächlich und klischeehaft. Alina ist die toughe Rebellin, Quinn der reiche Schnösel und Bea die verliebte, leicht naive Bürgerin zweiter Klasse. Alle drei sind nicht sonderlich gut ausgearbeitet; am ehesten konnte mich Alina überzeugen, da ihr Charakter wenigstens ein bisschen was hergibt (wenn auch nicht viel). Quinn hat mich oft einfach nur genervt. Er begegnet Alina und verliebt sich sofort in sie, checkt nicht, dass seine beste Freundin Bea scharf auf ihn ist und ist in dieser Hinsicht total ignorant und arrogant. Er ist einfach ein sehr unsympathischer Typ. Im Verlauf der Geschichte ändert sich das zwar, aber auch dann konnte mich Quinn nicht überzeugen, zumal die Veränderung sehr aufgesetzt wirkte (keine richtige Charakterentwicklung, sondern eher eine 180° Wendung).

Dann wäre da noch Bea... auf mich wirkte sie sehr naiv und irgendwie mitleiderregend. Sie ist in Quinn verliebt, der sie jedoch keines Blickes würdigt und lieber mit anderen Mädchen rummacht und ihr danach sogar noch davon erzählt. Trotzdem schmachtet sie ihn an und läuft ihm hinterher, wie ein treudoofer Hund. Teilweise ging mir Beas weinerliche Art auf die Nerven, aber auch ihre schwer nachvollziehbaren Entscheidungen und Handlungen (z.B. was Maude Blue betrifft - wer nimmt schon eine verrückte alte Frau mit, die obendrein gefährlich ist, und versorgt sie auch noch mit wertvollem Sauerstoff? Klar, Maude hat im Plot eine kleine Rolle gespielt, aber realistisch fand ich den Verlauf nicht).

Jetzt habe ich so viel schlechtes über dieses Buch geschrieben, aber überraschenderweise fand ich es im Großen und Ganzen gar nicht sooo schlecht. Ich habe sehr schnell in diese dystopische Welt hineingefunden (auch wenn ich mir mehr Details gewünscht hätte) und auch die Geschichte fand ich größtenteils spannend und gut aufgebaut. Der Schreibstil ist eher gewöhnungsbedürftig, da die Autorin wohl eine lockere Jugendsprache verwenden wollte, das macht das Lesen anfangs etwas holprig. Es hat bei mir auch den Eindruck erweckt, als seien die Protagonisten keine 16 Jahre alt, sondern viel jünger, weil ihre Ausdrucksweise und Gedankengänge etwas unreif wirken. Trotzallem ist das Buch relativ leicht und flüssig zu lesen. Die Story verläuft gradlinig ohne Zeitsprünge oder andere Wirrungen. Es ist also sehr leichte Kost.

Fazit:
Wer anspruchsvolleres gewohnt ist, wird hier wahrscheinlich nicht ganz auf seine Kosten kommen. Das Ausgangsszenario finde ich aber, trotz aller Schwächen, sehr spannend und interessant. Den zweiten Teil werde ich auf jeden Fall lesen und erhoffe mir darin sowohl mehr Tiefgang als auch mehr Weitblick.



2. Flucht nach Sequoia


Genre: Dystopie
Seitenzahl:
368
Erscheinungsjahr: 2015


Inhalt:
Eine Welt ohne Sauerstoff. Unter einer Glaskuppel führt die Organisation BREATHE ein diktatorisches Regime. Quinn hat die Seiten gewechselt und ist zu den Rebellen übergelaufen. Die kämpfen in Sequoia für eine völlig neue Welt – und dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Als Quinn erkennt, was die Rebellen wirklich vorhaben, schwebt seine große Liebe Bea in höchster Gefahr – und nur er kann sie retten.

Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Leider konnte der zweite Teil dieser Dystopie meine Hoffnungen und Erwartungen überhaupt nicht erfüllen. War die Handlung des ersten Teils noch halbwegs verständlich und nachvollziehbar, verläuft hier nun alles drunter und drüber. Die Protagonisten sind mal hier, mal da; treffen aufeinander, werden wieder getrennt usw. Ich hatte wirklich Probleme der Handlung zu folgen, weil es überhaupt keinen roten Faden gab, an dem ich mich hätte orientieren können.

Zudem kommt zu den ursprünglichen drei Protagonisten noch ein vierter hinzu, der ebenfalls in der Ich-Perspektive erzählt. Somit war das Chaos perfekt. Denn kein einziger Charakter konnte wirklich hervorstechen oder hat sich sonst in irgendeiner Weise von den anderen unterschieden, sodass ich sie irgendwann gar nicht mehr auseinanderhalten konnte. Und da auch noch die Handlungsorte sehr rasant wechselten, fehlten mir oft jegliche Orientierungspunkte.

Der Schreibstil war schon im ersten Teil eher gewöhnungsbedürftig, das verbessert sich auch hier nicht. Hinzu kommen einige inhaltliche Ungereimtheiten und viele Handlungen sind total ungeschickt formuliert und schlecht ausgearbeitet. So wirken viele Begegnungen, Abläufe und Gespräche derart konstruiert, dass es schon lächerlich ist. Ich denke da nur an Oscar und Bea im alten Bahnhofsgebäude: Bea halb nackt, kuschelt sich schutzsuchend an Oscar, weil Unbekannte auftauchen - aber nein, es ist nur Quinn und er sieht die beiden und wird eifersüchtig. Und natürlich war es von all den Rebellen ausgerechnet Quinn, der die beiden findet und somit dafür sorgen kann, dass sie ungeschoren davonkommen. BÄH, so ein gequierlter Scheiß!

Solche "zufälligen" Fügungen ziehen sich durch das ganze Buch. Außerdem ist die Geschichte sehr vorhersehbar. Wendungen, die anscheinend schockierend oder überraschend sein sollten, kommen so plump daher, dass ich oft nur genervt mit den Augen rollen konnte.

Zudem noch die Sache mit den Solar-Atemgeräten, was mir schon im ersten Teil komisch vorkam... Anscheinend waren doch einige Menschen intelligent genug, um diese Apparate zu bauen. Somit ist ein Leben außerhalb der Kuppel möglich - warum gehen dann nicht viel mehr raus? Und wie unwahrscheinlich ist es bitte, dass es anscheinend weltweit keine weiteren intelligenten Leute gab, die ebenfalls in der Lage waren, Solar-Atemgeräte oder Kuppeln zu bauen? Sind da jetzt wirklich alle tot? Eine Antwort bekommt man leider nicht.

Das Ende konnte mich auch nicht wirklich zufriedenstellen. Es endet nach der "Schlacht" relativ abrupt und in einer Art Epilog liest man nur noch, dass alles Friede Freude Eierkuchen ist. Sehr unbefriedigend!

Fazit:
Der erste Teil hatte schon viele Schwächen, konnte aber stellenweise durch die gute Grundstory unterhalten. Der zweite Teil dagegen ist einfach grottenschlecht. Die Handlung ist oft wirr und unlogisch, die Charaktere sind blass und es kommt überhaupt kein Gefühl rüber.
Letzten Endes kann ich absolut KEINE Empfehlung für diesen Zweiteiler aussprechen. Die gesparte Zeit sollte man lieber in GUTE Bücher investieren.







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