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  Blade Runner
 
Blade Runner
von Philip K. Dick



Genre: Science Fiction
Seitenzahl:
224
Erscheinungsjahr: 2014 (erstmals 1968)
Original: Do Androids Dream of Electric Sheep?


Inhalt:
Nach einem atomaren Krieg ist ein großer Teil der Menschheit von der Erde geflohen. Die, die zurückgeblieben sind, halten sich in dieser postapokalyptischen Welt mithilfe von Stimmungsorgeln, dem Fernsehprogramm von Buster Friendly und dem Mercerismus, einem Kult, der auf dem (buchstäblichen) Aufstieg des Wilbur Mercer beruht, aufrecht.
Als Statussymbol halten sie Tiere - und greifen dabei notfalls auch auf mechanische Nachbauten zurück, wenn sie sich die teuren realen Exemplare, die beinahe ausgestorben sind, nicht leisten können. So wie Rick Deckard, der ein elektrisches Schaf auf seinem Dach pflegt. Rick ist ein Prämienjäger, der Androiden aus dem Weg räumen soll… Doch Menschen und Androiden  sind bei weitem nicht mehr so klar voneinander zu unterscheiden wie man vielleicht meinen könnte.

Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Ich muss eines vorweg sagen: Ich habe den Film Blade Runner noch nie gesehen! Daher kann ich auch keine Vergleiche ziehen o.ä., aber das ist vielleicht auch besser so

Der Protagonist Rick Deckard verdient seinen Lebensunterhalt in der postapokalyptischen Welt als "Prämienjäger". Er ist bei der Polizei San Fransisco angestellt und bekommt regelmäßig Listen, auf denen Namen stehen. Die aufgelisteten Personen stehen im Verdacht Androiden zu sein und Rick soll sie testen und gegebenenfalls vernichten.

Da sich die Androiden immer weiterentwickeln und Menschen immer ähnlicher werden, ist Ricks Job nicht gerade einfach. Im Laufe des Buchs macht es ihm immer mehr zu schaffen, diese Wesen zu töten, weil er zunehmend mit ihnen sympathisiert.

Als ich die Inhaltsangabe im Internet gelesen habe, dachte ich, Blade Runner wäre ein mega spannender Action-SciFi-Roman - FALSCH. Für mich war dieses Buch eher ein psychologisches Drama, aber das hat mich eher positiv überrascht, ich hatte nicht mit so viel Tiefe gerechnet.

Auf der halbzerstörten Erde, wo das Artensterben allgegenwärtig ist, haben Tiere einen hohen Stellenwert eingenommen. Das fand ich (als Tierschützer und Vegetarier) ganz schön zu lesen, denn natürlich werden die Tiere dort nicht mehr gegessen. Vielmehr halten die wenigen verbliebenen Menschen auf der Erde die verschiedensten Tiere nur noch als Statussymbol. Wenn man ein echtes lebendiges Tier besitzt, zeigt das "schau her, ich bin reich genug, um mir ein Tier zu halten". Selbst die ärmeren Bewohner wollen da mitmachen, doch sie können sich nur elektronische Tiere leisten.

Rick Deckard hat ein elektronisches Schaf und träumt von einem echten. Deshalb finde ich den englischen Titel des Buchs übrigens viel zutreffender "Do Androids Dream Of Electric Sheep?". Denn hier wird schon der philosophische Charakter des Buchs sichtbar. Sind Androiden in der Lage zu träumen? Träumen sie vielleicht davon menschlich(er) zu sein? Dazuzugehören? Diese Fragen stellt sich wohl auch Rick, auch wenn es im Buch nicht so direkt erwähnt wird. Denn er leidet zunehmend unter seinem Job.

Der Schreibstil von Philip K. Dick fand ich etwas ungewöhnlich und teilweise auch schwer zu lesen. Einige Handlungen brechen abrupt ab oder nehmen so schnell eine Wendung, dass ich mich oft fragte "hab ich grad eine Seite übersprungen?". Auch die Spannung ist nicht besonders geschickt aufgebaut. Gerade als Rick zum großen Finale aufbricht, um die letzten drei Andys auf seiner Liste zu vernichten, fällt der Spannungsbogen wahnsinnig schnell ab. Die Szene wird in wenigen emotionslosen Sätzen abgehandelt. Das hat mich etwas enttäuscht...

Auch die Sache mit den Androiden wurde (meine Ansicht nach) nicht hinreichend erklärt. Sie kommen wohl von einer Kolonie auf dem Mars, wo sie als "Sklaven" den Menschen dienen. Und wenn ich das richtig verstanden habe, gelangen einige Andys nur auf die Erde, weil sie sich ihren Herren widersetzen, wohl auch einige ermorden, und auf die Erde flüchten.
Ich finde, das hätte man etwas deutlicher ausbauen können, denn auch das scheint für mich ein wichtiger Punkt zu sein - die Andys widersetzen sich - warum? Weil sie nicht mehr unterdrückt werden wollen? Haben sie Gefühle? Wollen sie frei sein? Offensichtlich schon, es wird im Buch nur nicht wirklich darauf eingegangen, was ich sehr schade finde.

Wie man sieht gibt das Buch viel Stoff zum Nachdenken. Man kann auch wunderbar noch im Nachhinein über die Geschichte philosophieren und Details für sich selbst hinzufügen, die der Autor (ob absichtlich oder versehentlich) übersehen bzw. vergessen hat.

Mir hat das Buch, trotz kleiner Kritikpunkte, sehr gut gefallen. Vor allem weil es mich mit seiner philosophischen Tiefe überrascht hat.






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