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  Beim Leben meiner Schwester
 
Beim Leben meiner Schwester
von Jodi Picoult


Genre: Belletristik
Seitenzahl:
480
Erscheinungsjahr: 2007


Inhalt:
Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die 13-jährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden …

Meine Bewertung:


Meine Meinung:
Ich habe vor einiger Zeit den Film "Beim Leben meiner Schwester" gesehen, aber erst vor kurzem habe ich erfahren, dass es dazu auch eine Romanvorlage gibt. Da mich der Film sehr berührt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie die Story in Buchform rüberkommt (meistens sind die Bücher ja ohnehin besser und emotionaler), habe ich nun das Buch von Jodi Picoult gelesen.

Die Handlung kannte ich ja bereits aus dem Film: Anna ist die perfekte Spenderin für ihre Schwester Kate, die an Leukämie erkrankt ist. Seit ihrer Geburt spendet sie Blut und Knochenmark und verlängert somit das Leben ihrer Schwester. Als jedoch Kates Nieren langsam versagen und von Anna verlangt wird ihrer Schwester eine Niere zu spenden, geht diese zu einem Anwalt, um das Recht zu erwirken, selbst über ihren Körper entscheiden zu dürfen.

Die Story ist wirklich Drama pur. Ich hatte beim Lesen öfter mal einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen. ABER das Buch hat auch seine Schwächen. Hätte sich die Autorin einfach darauf beschränkt, den Interessenskonflikt der Eltern und die moralischen und ethischen Hintergründe zu beschreiben, wäre das Buch grandios gewesen. So wie es hier allerdings umgesetzt wurde, mit all den Zeitsprüngen, Handlungssprüngen, Erinnerungen, die eingeschoben werden und die kleinen Nebenhandlungen, wirkt das Buch einfach total überladen. Der Lesefluss wird kontinuierlich gestört, da kein Handlungsstrang einfach zuende geführt, sondern ständig unterbrochen wird. Das hat mir das Lesen oft erschwert und ich war teilweise auch genervt davon. 

Natürlich war es wichtig alle Facetten zu beleuchten und ich finde es auch gut, dass jeder Charakter als Ich-Erzähler zu Wort kam, denn so hat man als Leser den ultimativen Bezug zur Geschichte und zu den Personen. Aber all diese kleinen Stolpersteine: während eines wichtigen Gesprächs zwischen Vater und Tochter werden astrologische Details und mythologische Geschichten eingeworfen; die ohnehin unnötige Beziehung zwischen Anwalt und Verfahrenspflegerin wird ausgeschlachtet und mit der gesamten Hintergrundgeschichte aus der High School-Zeit in die Länge gestreckt; und und und ...

Am schlimmsten fand ich allerdings das Ende. Im ersten Moment war ich einfach nur wütend, dann mega enttäuscht. Wie kann man die (potentiell gute) Story nur so in den Sand setzen? Die Gerichtsverhandlung fand ich noch sehr spannend, aber dann geht alles ganz schnell. Das Urteil wird gefällt und dann - BÄM. Nein, ich verrate das Ende jetzt nicht, weil ich nichts spoilern will. Aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich die letzten 20 Seiten aus dem Buch gerissen, weil das Ende sowohl unrealistisch als auch unpassend war.

Abschließend bleibt zu sagen: Hätte die Autorin den Fokus einfach nur auf die eigentliche Handlung gelegt und die letzten Seiten umgeschrieben, hätte die Story definitiv die volle Punktzahl verdient. So gibt es leider für die schwächelnde Umsetzung nur 3 von 5 Punkten. Hier liegt einer der seltenen Fälle vor, bei denen ich den Film besser fand als das Buch. In diesem Sinne - legt das Buch weg und macht euch einen schönen Filmabend!





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